Forschung

Leitfaden Diversity-Aspekte in der Forschung

„Gleichstellung von Frauen und Männern sowie Vielfalt in Wissenschaft und Forschung sind Voraussetzung für die Innovations- und Zukunftsfähigkeit in Deutschland sowie entscheidende Qualitätsmerkmale und Wettbewerbsfaktoren im Wissenschaftssystem“ postuliert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). In seinen Bekanntmachungen zu neuen Förderprogrammen weist das Ministerium regelmäßig auf die Berücksichtigung von Diversität in den Vorhaben hin.

Vom Innovationstransfer der FH Aachen (IVT) ist im Juni 2024 der „Leitfaden Diversity-Aspekte in der Forschung“ überarbeitet und ergänzt worden. Neben den Erklärungen relevanter Begrifflichkeiten wird u.a. erläutert, inwiefern Diversity für ein Forschungsprojekt relevant ist und welche Vorgaben unterschiedliche Fördermittelgeber machen. Der Leitfaden enthält eine Vielzahl von weiteren Hinweisen, Beispielen und Links, die einen umfangreichen Überblick über die Thematik ermöglichen.

Hier können Sie sich den Leitfaden herunterladen.

Begriffe

  • Diversity (Diversität, Vielfältigkeit): beschreibt die Unterschiedsdimensionen von Menschen bezüglich z.B. Geschlecht, Alter, Religion, Herkunft, sexuelle Identität, Kultur, Gesundheitszustand, Lebenssituation oder sozialem Status1 (weitere Vielfältigkeitsdimensionen (pdf) finden Sie hier)
    • Die Beachtung von Diversitätsaspekten bedeutet die explizite Anerkennung von
      Unterschieden als Potenzial (z.B. unterschiedliche Kompetenzen und Perspektiven)
    • Als Querschnittsaufgabe betrifft gelebte Diversität in Kombination mit Chancengerechtigkeit alle Bereiche einer Hochschule: Lehre, Forschung, Transfer und Organisation

 

  • Intersektionalität: Zusammentreffen mehrerer Ungleichheitsdimensionen (z.B. soziale oder ökonomische Herkunft, Migrationshintergrund, Behinderung). Ein intersektionaler Ansatz berücksichtigt mehrere Unterschiedsdimensionen im Zusammenhang.

 

  • Gender ist eine Dimension von Diversity. Diversity und die Gleichstellung der
    Geschlechter sind in ihrem Anliegen der Anti-Diskriminierung verbunden. 

 

  • Bias (aus dem Englischen) bedeutet positive oder negative Voreingenommenheit oder Wahrnehmungsverzerrungen in Bezug auf Geschlecht, Abstammung, Gesundheitszustand, familiären Verpflichtungen oder wissenschaftlichen Herkunftsinstitution

Strukturen an der FH Aachen

  • Das Prorektorat für Diversity und Chancengerechtigkeit erarbeitet mit dem Diversity Board Strategien und Maßnahmen zur Erreichung einer chancengerechten Hochschule.
  • Arbeitskreise wie „Inklusion“ oder „Antidiskriminierung“ widmen sich Teilaspekten von Diversität. 
  • Leitend ist die Mission und Vision von Diversity und Chancengerechtigkeit
  • Internationalität und Inklusion sind Handlungsfelder von Diversität. Sie sind Bestandteil des Diversity-Managements und des Leitbildes der FH Aachen
  • Internationalität: Die FH Aachen versteht sich als international ausgerichtete Hochschule mit starken Wurzeln im Grenzgebiet der Euregio Maas-Rhein (siehe Leitbild der FH Aachen).
  • Inklusion: Inklusion als Menschenrecht (UN-Behindertenrechtskonvention) bedeutet: Jeder Mensch hat das Recht auf uneingeschränkte Teilhabe an der Gesellschaft. Informationen zu Maßnahmen zur Inklusion und Barrierefreiheit an der FH Aachen sowie Möglichkeiten des Nachteilsausgleiches finden Sie hier.

Ist Diversity für ein Forschungsprojekt relevant?

  • Ja, wenn irgendeine Art der Interaktion mit Menschen im Vorhaben geplant ist oder diese mittelbar von den Projektergebnissen betroffen sind (z.B., wenn der Alltag von Menschen betroffen ist)
  • Dies kann einen Einfluss haben z.B. auf die Auswahl von Methoden und Analysekategorien, auf die Erstellung von Datensätzen und die Hypothesen-bildung 
  • Eine Checkliste (pdf) der DFG finden Sie hier
  • Grundsätzlich wird Diversity als Potential für Exzellenz gesehen: „Exzellente Wissenschaft braucht Vielfältigkeit (Diversität) und Originalität.“ (DFG Homepage)
  • Die Berücksichtigung von Diversity macht es möglich, gesellschaftliche Heterogenität abzubilden und diese in Forschungen besser zu adressieren.